Defibrillator nun in Hunding

Die Gemeinde Hunding verfügt seit neuestem über einen Defibrillator. Für jedermann zugänglich wird der Defibrillator am Gerätehaus der Feuerwehr installiert.

Der Krieger- und Soldatenverein Hunding (KSV), unter dem 1. Vorstand Ludwig Atzinger, war es, der die Anschaffung des lebensrettenden Gerätes initiierte. Der KSV, der zugleich Hauptsponsor des Gerätes ist, konnte den Defibrillator nun an Robert Krallinger, dem 1. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Hunding übergeben. Da Menschenleben retten die Hauptaufgabe der Feuerwehr ist, übernimmt die Feuerwehr Hunding gerne die Betreuung und die laufenden Kosten, so Krallinger. „Als Standort kann kein besserer als das zentrale Feuerwehr-Gerätehaus gefunden werden. Wir werden noch bauliche Maßnahmen vornehmen, damit der Defibrillator jederzeit allen zugänglich sein wird.“ Bei dem Gerät handelt es sich um ein „Primedic Heart Save AED“, welches durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen beheben und so dem „plötzlichen Herztod“ vorbeugen kann. „Da allein in Deutschland jährlich mehr als 100.000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern an einem plötzlichen Versagen der Herzfunktion sterben, war es uns ein Anliegen, dass wir im Hundinger Gemeindegebiet einen Defibrillator zur Verfügung haben“, betont Atzinger. Ursache für den „plötzlichen Herztod“ ist in den meisten Fällen ein Herzkammerflimmern. In dem Fall pumpt der Herzmuskel nicht mehr koordiniert, sondern zuckt mit einer enorm hohen Frequenz – er „flimmert“. Die Pumpleistung des Herzens sinkt abrupt auf null, der Kreislauf kommt zum Stillstand. Eine Defibrillation ist in dieser Situation die einzig wirksame Maßnahme zur Lebensrettung. Je früher sie einsetzt, desto größer sind die Überlebenschancen für den Betroffenen. Viel Zeit bleibt den Helfern allerdings nicht. Mit jeder Minute, die ohne Hilfe verstreicht, sinkt die Lebenserwartung um bis zu zehn Prozent. Bereits nach drei bis fünf Minuten beginnen die Gehirnzellen abzusterben. In dieser Zeit schafft es der Notarzt nur in den seltensten Fällen an den Unglücksort. Aus diesem Grund freut sich auch Bürgermeister Ferdinand Brandl über den ersten Defibrillator in seinem Gemeindegebiet. Die Gemeinde hat auch, zusammen mit Bauunternehmer Albert Straßer, den Kauf mitfinanziert. Wichtig ist, dass der „Automatisierte Externe Defibrillator“ (AED) auch von einem Laien bedient werden kann. Alle Schritte, die ein Ersthelfer erledigen muss, werden über eine Sprachsteuerung per Ansage und über gut sichtbare Hinweise mitgeteilt. Damit nicht nur den Kameraden der Feuerwehr der Umgang mit dem Gerät vertraut ist, werden beim Feuerwehrfest am kommenden Sonntag, 4. August, Mitglieder des Roten Kreuzes am Nachmittag am Gerätehaus in Hunding eine Einführung zur Handhabung geben. „Allen Gemeindebürgern soll der AED vertraut sein, damit im Notfall das Schlimmste verhindert werden kann“, betont Robert Krallinger von der Hundinger Feuerwehr.

Die Vorstandschaften der Freiwilligen Feuerwehr und des Krieger- und Soldatenvereins sind froh über den lebensrettenden Defibrillator im Gemeindegebiet Hunding (v.li.): Josef Weiß (2. Vorstand der Feuerwehr), Bürgermeister Ferdinand Brandl, Robert Krallinger (1. Vorstand der Feuerwehr), Ludwig Arbinger (Kommandant), Lothar Stangl, Ludwig Atzinger (1. Vorstand des KSV), Thomas Straßer, Helmut Stadler, Hans Senninger sowie Bauunternehmer Albert Straßer.